Radtour Nr. 33
Ruwer - Nahe - Rheingau
2026
Start: Trier
Ziel: Wiesbaden
Gefahrene Km: 302 km
Höhenmeter: 2380
Etappenorte: Hermeskeil, Idar-Oberstein, Rüdesheim
Teilnehmer: Thomas Ulm, Klaus Friedrich, Clemens Ruppert, Friedhelm Schreier, Edwin Burda, Florian Schneider

v.l.: Clemens Ruppert, Klaus Friedrich, Florian Schnieder, Edwin Burda, Friedhelm Schreier, Thomas Ulm
Nach Radtouren mit zum Teil langen An- und Abreisen in den vergangenen Jahren haben wir uns für die 33. Auflage TUS-Radwanderung ein Ziel gesucht, das einfach zu erreichen ist. Die Wahl fiel auf den Naheradweg. Vor die Nahequelle wurden noch eine Etappe auf dem Ruwer-Hochwald Radweg von Trier nach Hermeskeil und nach der Nahemünde eine Etappe durch den Rheingau nach Wiesbaden gesetzt. So kam eine schöne 300km Tour zustande, die landschaftlich einiges zu bieten hatte. Vor allem die langen Passagen auf der bestens präparierten ehemaligen Bahntrasse der Ruwer-Hochwald-Bahn waren ein Genuß. Insgesamt wurden 306km und 1320 Höhenmeter zurückgelegt.
Auch wenn das Ziel der diesjährigen Tour nicht so weit entfernt lag, hieß es wieder einmal früh aufstehen. Treffpunkt zur Abfahrt an den Gießener Bahnhof war um 6 Uhr. In der Dunkelheit wartete bereits Steff, allerdings ohne Rad und ohne Gepäck. Wegen eines akuten Infekts musste er kurzfristig absagen. So machten sich dann Friedhelm, Klaus, Thomas und Clemens auf den Weg. Am Brückelchen wartete Edwin bereits. Den Zug ab Gießen zu nehmen, erwies sich als kluger Schachzug, denn zur frühen Morgenstunde waren auch einige Pendler mit dem Rad unterwegs. In Wetzlar stieg dann der letzte im Bunde, Flo, hinzu. Kurz danach erfolgte auch schon der Fassbieranstich für das traditionelle „Warme-Fleischwurst-Frühstück“. Die Zugfahrt verlief völlig reibungslos, nur ein Umstieg, alle Züge in-time und ab Koblenz ein neuer und sehr komfortabler Regionalzug nach Trier.
Am Startpunkt angekommen, ging es dann auch gleich schon los. Nach 5km durch die Randbezirke Triers war Ruwer an der Mündung des gleichnamigen Flüsschens erreicht, und somit auch der Beginn des Ruwer-Hochwald-Bahnradweges. Etwa 50km auf einem top Fahrradweg lagen vor uns. Durchgängig asphaltiert, eine kontinuierliche aber moderate Steigung von meist 1,5-2%, in etwas erhöhter Lage über den Tal mit zahlreichen Brücken über die Ruwer und vorbei an vielen alten Bahnhöfen und Haltestellen der 1998 stillgelegten Bahn.
Nach etwa 25km ließ die Wirkung des Fleischwurstfrühstücks nach und so fuhren wir von der Bahntrasse ab und folgten einem Hinweisschild auf einen Landgasthof in Hentern. Der hatte aber leider geschlossen und so ging es wieder zurück auf die Bahntrasse. Es folgten 10 km, meist durch Wald, ohne an einem weiteren Dorf vorbeizukommen. Auch ein paar steilere Rampen mit 5% mussten gemeistert werden. Erst bei Kell am See, ca. 40km nach dem Start in Trier fanden wir einen Supermarkt mit Bäckerei. Bei Kell war auch schon fast der höchste Punkt der Bahnstrecke erreicht. Anstelle von Wald trat eine Hochebene mit Wiesen und Weiden. Kurz vor dem Ziel Hermeskeil zweigten wir nochmal von der Bahntrasse ab, um in den Ortsteil Abtei zu fahren. Dort lockte der Besuch einer sehenswerten privaten Flugzeugsammlung. Über 100 originale Flugzeuge aus allen entwicklungstechnischen Epochen der Luftfahrt gab es zu bestaunen, vom Lilientalgleiter über eine Ju52 bis hin zu Düsenjägern, Hubschraubern und Passagierflugzeugen wie einer Concorde und einer Super Constellation der Lufthansa. Unter den 60 Flugmotoren begeisterte vor allem ein 42 Zylinder Flugzeugmotor russischer Bauart mit 147 Litern Hubraum.
Danach war es nur noch ein Katzensprung bis zum Etappenziel in Hermeskeil.
Nach einem Gewitter in der Nacht und noch Regen am frühen Morgen herrschten zum Start der 2. Etappe fast ideale Radfahrbedingungen. Von oben blieb es trocken und die Schwüle des Vortags war auch weggeweht.
Weiter ging es auf der Trasse der ehemaligen Hochwaldbahn. Nach einer Schotterpassage durch Wald begann bei Nonnweiler nicht nur das Saarland, sondern auch wieder ein bestens ausgebauter Bahnradweg. Diesem „Bahnradweg St. Wendeler Land“ folgen wir für 10km bis Sötern. Dort zweigen wir nach Süden ab und fuhren am Westufer des Bostalsees vorbei auf Neunkirchen zu. Von hier waren es nur noch 3 Kilometer bis zur Nahequelle.
Nach einem Gruppenfoto setzten wir die Fahrt flussabwärts auf dem Naheradweg fort. Über uns braute sich etwas zusammen, die Regenwolken zogen aber in die entgegengesetzte Richtung. Wir führen in einem großen Bogen um Neunkirchen herum und steuerten auf das Ostufer des Bostalsees zu. Gerade als wir den Seerundweg erreichten fing es an zu Regen. Schnell fuhren wir 200m zurück und fanden Unterschlupf in einem Ausflugslokal am Radweg. Spontan wurde die Mittagspause etwas vorverlegt. Nach einer guten Stunde scheinte draußen wieder sie Sonne und wir konnten unsere Fahrt fortsetzen.
Zwischen Gonnesweiler und Türkismühle begann dann eine kleine Pechsträhne. Erst fuhr sich Clemens auf einem Schotterstück im Wald ein Loch in den Reifen, das zu groß war, um von der Dichtmilch geschlossen zu werden, und dann war auch noch sein Ersatzschlauch defekt. Knapp 10 Kilometer später hinter Nohfelden erwischte es Klaus. Ebenfalls Plattfuß am Vorderrad. Danach konnten wir aber ohne weitere Pannen die Tour fortsetzen.
In der Kreisstadt Birkenfeld fanden wir auch eine Bäckerei mit Café für die Nachmittagsrast. Bis zum Etappenziel waren es noch knapp 25km. Auch wenn das Streckenprofil grundsätzlich bergab führte, waren noch mehrere kurze und knackige Anstiege zu nehmen. Ca. 10km vor Idar-Oberstein fing es dann an zu regnen. Wir stellten uns unter einem Carport unter. Laut Wetter-App sollte der Regen in 20 Minuten vorbei sein. Für manch einen war das zu lang und so wurde auf Weiterfahrt gedrängt. Etwas zu früh, wie sich herausstellte, denn nur 2 Kilometer später stellten wir uns wieder unter. Diesmal unter Bäumen, und diesmal warteten wir bis der Regenradar grünes Licht zur Weiterfahrt gab. Bei Sonnenschein erreichten wir das Etappenziel Idar-Oberstein.
Die 3. Etappe begann bei guten Radfahrbedingen, Sonne und ein wenig frisch. Landschaftlich war das erste Teilstück wenig erbaulich. Es ging oft an der Landstraße entlang durch ein enges Tal mit viel Industrie- und Gewerbegebieten. Nach 17km erreichten wir mit Kirn eine größere Stadt. Nach 24 Kilometern, hinter Martinsstein, änderte sich die Landschaft. Das Tal wurde breiter, wir fuhren meist abseits der Straße an der Nahe entlang und auch die ersten Weinberge tauchten auf. Die nächst größere Stadt, Bad Sobernheim ließen wir im wahrsten Sinne des Wortes links liegen.
Hinter Schloßböckelheim folgt eder landschaftlich schönste Teil, aber auch der sportlich herausforderndste. Auf einer 9% Rampe ging es durch die Weinberge hinauf zu ehemaligen königlich-preußischen Weinbaudomäne Schloßböckelheim-Niederhausen, einst der bedeutendste Muster- und Lehrbetrieb des preußischen Staates an der Nahe. Mit schönen Blick auf Oberhausen ging es ebenso steil wie es hinauf ging auch wieder bergab an die Nahe.
In Bad Münster am Stein-Ebernburg hatten wir schon über 50km der Etappe absolviert und beschlossen noch bis Bad Kreuznach zu fahren, um dort die Mittagspause einzulegen. Durch Kurparks und vorbei an Salinen erreichten wir die große Kreisstadt zur Mittagszeit nach etwa 60 Kilometern. Über die alte Nahebrücke mit den Brückenhäusern führte uns der Weg zum Kornmarkt, wo wir die Mittag machten.
Die restliche Etappe war schnell abgespult. Nach 20 Kilometern standen wir in Bingen an der Nahemündung und blickten auf das ausgetrocknete Bachbett des Rheins. Mit der Fähre setzten wir ans nördliche Rheinufer nach Rüdesheim über und bahnten uns den . den Weg durch die Altstadt zum Hotel.
Die letzte Etappe führte uns zunächst im auf und ab durch die Weinberge des Rheingaus. Oberhalb von Geisenheim bot sich ein schöner Blick auf den Rhein und das Schloss Johannisberg. Über Oestrich-Winkel ging es bei Hattenheim an den Rhein, wo wir einem alten Leinpfad folgten. Dem folgten wir auch weiter hinter Eltville, zahlreichen Protesten von Fußgängern zum Trotz. Das Durchfahrt verboten Schild müssen wir wohl übersehen haben … 😊 Bei Niederwalluf waren wir wieder auf dem offiziellen Radweg. Über den Schiersteiner Hafen ging bis nach Biebrich weiter am Rhein entlang. Am Schloss bogen wir in Richtung Innenstadt ab und erreichten nach einer Runde durch den Schlosspark um die Mittagszeit den Bahnhof.
Ab Gießen wurde wieder Rad gefahren. Kurz nach 14 Uhr, so früh wie noch nie nach einer Tour, sind wir in Vollnkirchen eingefahren.

























































