Tour Nr 17 Ruhr - 2010

Start: Winterberg
Ziel: Duisburg
Gefahrene Km: 316
Etappenorte: Meschede, Wetter-Wengern, Essen-Werden

Die 17. Tour der TUS-Radler führte entlang des Ruhrtalweges von Winterberg nach Duisburg. Ergänzt wurde die Strecke um eine Schleife auf einer ehemaligen Erzbahntrasse (Route der Industriekultur) durch das Zentrum des Ruhrgebiets. Von der Ruhrquelle im Winterberger Wald führte erste Etappe durch das bergige Sauerland nach Meschede. Auf der 62 km langen Strecke war dabei die ein oder andere knackige Steigung zu bewältigen. Die zweite - 110km lange - Etappe führte vom Sauerland hinein ins Ruhrgebiet nach Wetter-Wengen. Schon kurz nach dem Start setzten die ersten Regenschauer ein, die fortan ein ständiger Begleiter der Radler waren.  Das ein oder andere mal konnte sich die Gruppe gerade noch rechtzeitig vor einem einsetzenden Platzregen unter eine Brücke oder einen Carport retten. Ab Fröndenberg wurde nicht nur das Wetter besser, sondern es änderte sich auch das Landschaftsbild. Das Land wurde flacher und die Besiedlung dichter, das Ruhrgebiet war erreicht. Über Schwerte, Westhofen, Herdecke führte der Weg jedoch abseits von Verkehr und den großen Ballungszentren entlang der Ruhr durch grüne Wiesen, Auen und vorbei an aufgestauten Seen. Am dritten Tag ging die Fahrt weiter Ruhrabwärts Richtung Essen. Dabei führte der Weg vorbei am Muttental bei Witten, wo vor 500 Jahren die erste Kohle im Ruhrgebiet abgebaut wurde, bis nach Bochum Dahlhausen. Von dort aus machte die Gruppe einen Abstecher ins Herz des Ruhrgebiets. Auf der "Route der Industriekultur" ging es auf einer ehemaligen Erzbahnentrasse an den Rhein-Herne Kanal bei Gelsenkirchen und von dort nach Essen zur Zeche Zollverein. Die einst modernste und leistungsfähigste Zeche der Welt ist heute ein Industriedenkmal und UNESCO Weltkulturerbe. Auf einer 2-stündigen Führung bekamen die Radfahrer interessante Einblicke in Bergbau, Kohleförderung und -verarbeitung vermittelt.  Die restliche Etappe führte zurück an die Ruhr in den Süden Essen, wo nach 93 km die Jugendherberge in Essen-Werden erreicht war. Das letzte Teilstück führte über Mülheim nach Duisburg, von wo aus der Rückweg mit der Bahn angetreten wurde. 

 

 

Tour Nr 17: Ruhr - 2010

Start: Winterberg

Ziel: Duisburg

Gefahrene Km: 317

Etappenorte: Meschede, Wetter-Wengern, Essen-Werden

Teilnehmer:

2010 Ruhr

 (von links nach rechts)Oswald Hölß, Friedhelm Schreier, Klaus Friedrich, Stefan Bernhardt, Dietmar Friedrich, Stefan Schmidt, Peter Heinz, Helmut Hofmann, Thomas Ulm,  Clemens Ruppert, Andreas Knorz, Andreas Hannemann, Ortwin Schneider, Edwin Burda, Jürgen Friedrich

 

Die diesjährige Radwanderung des TUS fand vom 26.08.-29.08.2010 statt und stand unter dem Motto Sport und Kultur. Die Strecke führte auf knapp 320 km entlang des Ruhrtalweges von Winterberg nach Duisburg. Ergänzt wurde die Radtour um eine Schleife auf einer ehemaligen Erzbahntrasse (Route der Industriekultur) durch das Zentrum des Ruhrgebiets.

Donnertag früh gegen 6:30 trafen sich 10 Radfahrer zur Abfahrt am Dorfplatz, um die 17. Auflage der Radwanderung in Angriff zu nehmen. Ein gewagtes Unternehmen, wenn man im Vorfeld die Wettervorhersage studiert und am Morgen den Blick gen Himmel gewandt hat…..Doch die ersten 20km bis zum Bahnhof in Gießen konnten wir trockenen Weges zurücklegen. Unterwegs haben wir noch 3 weitere Radler auf gesammelt und sind in den Zug Richtung Winterberg gestiegen. Natürlich nicht ohne vorher ausreichend Proviant einzuladen. Weck und Worscht, sowie 6 kleine Fäßchen gekühltes Bier wurden von Uwe angeliefert und ins „Bistro-Abteil“ umgeladen. Gleich nach der Abfahrt wurde dann auch das Buffet eröffnet bzw das erste Fässchen angezapft.

Viereinhalb Stunden und 2x Umsteigen später waren wir in Winterberg. Und hier setzte dann auch ein leichter Nieselregen ein. Das größere Problem aber waren die steilen Anstiege direkt nach dem Start. Hier rächte sich wer zuviel „gefrühstückt“ hatte….. Ein erster Stopp nach wenigen Kilometern schon war die Ruhrquelle im Wald von Winterberg. Hätte hier nicht dick und fett „Ruhrquelle“ gestanden hätten wir das Rinnsal nie als solche erkannt. Nach einem obligatorischen Gruppenbild ging es weiter. Aus dem Rinnsal wurde mit jedem gefahrenen Kilometer schnell ein Bach und dann ein kleiner Fluß. Der Weg führte meist im Tal direkt an der Ruhr entlang. Nur ab und zu gab es ein paar kurze, aber dafür heftige, Anstiege zu bewältigen. Ein Regenschauer wurde geschickt durch den Besuch eines Cafes überbrückt. Nach 62km war das Ziel in Meschede erreicht, wo wir in einem sehr schönen Hotel übernachtet haben. Der Abend verlief ruhig, den meisten steckte doch das bergige Sauerland und das reichhaltige Frühstück in den Knochen….

Nach ausgiebigem Frühstück hieß es um 9:00 Abfahrt zur 2. Etappe. Die führte über  - 110km vom Sauerland hinein ins Ruhrgebiet nach Wetter-Wengen. Nachdem es in der Nacht heftig geregnet hatte, sah das Wetter zum Start gar nicht so schlecht aus. Bedeckt, grau in grau, aber zumindest trocken. Das sollte sich aber schnell ändern. Die ersten Regenschauer setzten ein, die fortan unser ständiger Begleiter waren. Allein auf den ersten 30 km mussten wir 4 regenbedingte Pausen einlegen. Dabei hatten wir noch Glück und immer rechtzeitig vor dem einsetzenden Platzregen oder Gewitter eine Brücke, Vordach oder einen Carport gefunden, unter den wir flüchten konnten. Alle blickten mit sorgenvoller Miene gen Himmel. Bis auf Klaus, der forderte mit „Auf geht´s Männer, die Sonne drückt schon wieder durch“ zum Weiterfahren auf. Die durchdrückende Sonne war in diesem Fall aber das orange-eingefärbte Glas seiner Radfahrbrille…….. Auch ohne echten Sonnenschein musste es weitergehen, denn bei schönem Wetter kann ja jeder Rad fahren. Außerdem hatten wir schon einiges an Zeit durch die Regenpausen verloren, und in der Zwischenzeit waren die beiden Nachzügler Jürgen F. und Andreas H. in Fröndenberg eingetroffen und warteten ungeduldig auf die Weiterfahrt. Fröndenberg haben wir dann pünktlich vor dem nächsten Regenschauer erreicht und sind in einer Pizzeria eingekehrt. Hier war auch noch genug Zeit um technische Wartungsarbeiten zu verrichten. Bremsklötze wurden gewechselt und ein Reifen geflickt. Frisch gestärkt ging es weiter und mit dem Pfarrer im Schlepptau wurde sogar das Wetter besser !
Ab Fröndenberg änderte sich aber nicht nur die Wetterlage sondern auch die Landschaftsbild. Das Land wurde flacher und die Besiedlung dichter, das Ruhrgebiet war erreicht. Über Schwerte, Westhofen, Herdecke führte der Weg jedoch abseits von Verkehr und den großen Ballungszentren entlang der Ruhr durch grüne Wiesen, Auen und vorbei an aufgestauten Seen. Hinter Schwerte ist uns Andreas H. dann kurzfristig verloren gegangen. Ein unbedachter Halt, um die Jacke zu wechseln, und schon war die stürmende Meute davongefahren. Der Versuch ihn über Handy wieder einzufangen ist am schwachen Akku gescheitert, aber irgendwie hat er es dann doch noch geschafft auf den richtigen Weg zurückzufinden. Zwischenzeitlich fing es auch wieder an zu nieseln und so waren wir froh nach 110 km das Hotel im alten Ortskern von Wengern erreicht zu haben. Als wir nach Dusche und Abendessen noch mal auf die Piste wollten, mussten wir feststellen, dass die Kneipen gerade dabei waren zu schließen. Doch schließlich haben wir noch eine Lokalität gefunden, in der wir uns ein paar Bierchen genehmigen konnten.

Pünktlich zum Start der dritten Etappe schien auch die Sonne im Ruhrgebiet. Zurück auf dem Ruhrtalradweg ging es zunächst vorbei am Muttental bei Witten, wo vor 500 Jahren die erste Kohle im Ruhrgebiet gefunden und abgebaut wurde. Nach wenigen Kilometern dann die Überraschung: die Fähre, die uns auf kurzem Wege ans andere Ufer bringen sollte, hatte ihren Betrieb wegen Unwetterwarnung eingestellt. Blieb nur eins, den Weg zurück und die lange Umfahrung um den Kemnader See nehmen. Über Hattingen führte die landschaftlich schöne Strecke dann auf einem alten Leinpfad bis nach Bochum Dahlhausen. Von dort aus haben wir einen Abstecher mitten hinein ins Revier gemacht. Zu unserer Überraschung haben wir dort mehr grüne Wiesen und grasende Pferde gesehen als rauchende Industrieanlagen. Auf der "Route der Industriekultur" ging es auf einer ehemaligen Erzbahntrasse zunächst zur Abraumhalde Rheinelbe bei Wattenscheid, von der aus sich ein toller 360° Blick auf das ganze Ruhrgebiet bot. Zurück auf dem Erzbahnweg kam eine Imbißbude wie gerufen für die Mittagsrast. Das Sortiment an kühlen Getränken war groß und auch sämtliche nur erdenklichen Fahrradersatzteile konnte man hier erstehen. Nur das Essensangebot war etwas knapp bemessen, und bei einer Sammelbestellung von 15 Buletten war die Grenze der Küchenkapazität schnell erreicht. Zudem lassen hungrige Radfahrer gerne mal die ein oder andere Lebensweisheit los um sich die Wartezeit zu vertreiben, was der Imbißbudenbesitzer nur noch kopfschüttelnd mit „wo ham ´se euch denn rausgelassen“ zur Kenntnis nehmen konnte. Die warme Bulette im Bauch ging es weiter über Wanne-Eickel an den Rhein-Herne Kanal und von dort über Gelsenkirchen/Schalke nach Essen zur Zeche Zollverein.
Hier hat das Timing mal wieder optimal funktioniert. Gerade noch rechtzeitig sind wir zu unserer Führung durch die einst modernste und leistungsfähigste Zeche der Welt eingetroffen, und wie gerufen haben wir Unterstand vor dem einsetzenden Gewitterschauer gefunden. Auf einer 2-stündigen Führung durch die überirdischen Zechenanlagen - heute Industriedenkmal und UNESCO Weltkulturerbe - bekamen wir interessante Einblicke in Bergbau, Kohleförderung und -verarbeitung vermittelt. Vom Dach der ehemaligen Kohlenwäsche bot sich ein imposanter Blick über die Zechenanlage, die benachbarte Kokerei und weitere Industrieanlagen im Revier. Die restliche Etappe führte zurück an die Ruhr in den Süden von Essen, wo nach 93 km die Jugendherberge in Werden erreicht war. Der letzte Kilometer hinauf zur Jugendherberge hatte durchgängig 10-15% Steigung. Gut wenn man das als Tourenleiter im Vorfeld verschweigt und dann vorneweg fährt, damit man die Schelte im Hauptfeld nicht mitbekommt J .

In der Jugendherberge angekommen hieß es Zimmer belegen, Betten beziehen, duschen und frisch machen für den Abend. Für einen Spaziergang vor dem Essen hinunter nach Werden war jedoch keiner mehr zu begeistern, also ging es direkt mit dem Taxi zum Lokal. Auf dem Rückweg zur Jugendherberge sind einige noch in einer netten Kneipe hängen geblieben und erst in den frühen Morgenstunden zur Jugendherberge zurückgekehrt.

Das letzte Teilstück führte am Sonntag über Mülheim nach Duisburg. Nach dem kurzen Sonnenintermezzo vom Vortag war wieder Nieselregen angesagt. Als uns eine Brücke mal wieder Unterschlupf vor einem Regenschauer bot, haben wir kurzerhand entschlossen nicht zur Ruhrmündung zur fahren, sondern haben direkt Kurs auf den Hauptbahnhof in Duisburg genommen.

Von Giessen sind wir dann zurück nach Vollnkirchen geradelt wo uns Kathrin zum gemeinsamen Abschluss im Goldenen Hirsch schon erwartet hat.

Im nächsten Jahr geht die Fahrt in den Nordosten Baden-Württembergs, wo die Flüsse Kocher und Jagst darauf warten mit dem Rad erkundet zu werden.

Euer Tourenleiter Clemens

Bildergalerie Radtour Nr 17 - Ruhr 2010