Tour Nr 7: Elbe - 2000

Start: Bad Schandau
Ziel: Lutherstadt Wittenberg
Gefahrene Km: 250
Etappenorte: Bad Schandau, Radebeul, Torgau

 

 

Tour Nr 7: Elbe - 2000

Start: Bad Schandau

Ziel: Lutherstadt Wittenberg

Gefahrene Km: 250

Etappenorte: Bad Schandau, Radebeul, Torgau

Teilnehmer: Ortwin Schneider, Dieter Nern, Friedhelm Schreier, Arno Schmidt, Helmut Hofmann,Klaus Friedrich, Michael Noack, Oswald Hölß, Friedhelm Vogt, Dietmar Friedrich, Jürgen Friedrich, Stefan Schmidt, Volker Engel

 

Die diesjährige Tour führte uns von Bad Schandau an der Tschechischen Grenze über Dresden, Torgau bis nach Lutherstadt Wittenberg. Michael Noack hatte die Reise in seine ehemalige Heimat bestens vorbereitet und uns mit allen wichtigen Informationen über die Strecke und Unterkünfte versorgt.

So vorbereitet starteten wir frühmorgens zum Giessener Bahnhof, wo wir die noch fehlenden Mitradler und die Reiseverpflegung (Grüsse aus Lich) in Empfang nahmen. Besonders zu erwähnen war auch dieses Mal wieder der Eimer Fleischwurst unseres Haus- und Hofmetzgers Helmut „Wutze“ Luh. Die 9 ½ stündige Zugfahrt verlief fast ohne Zwischenfälle; einmal mußten wir einen unfreiwilligen Zwischenstop vor Halle einlegen, weil Jürgen F. sich in der Notbremse verhedderte. In Bad Schandau erwartete uns dann auch schon Volker E., der die Gruppe vervollständigte. Im hoteleigenen Felsenkeller beschlossen wir den ersten Tag mit einigen seltsam schmeckenden Bieren aus dem Steinkrug.

Alle kamen am nächsten Morgen ausgeruht aus ihren Betten, bis auf Volker, der immer noch versuchte hineinzukommen. Zimmerkollege Norbert hatte unbeabsichtigt die Zimmertüre abgeschlossen und war weder durch nächtliche Klopfzeichen noch durch Telefonanrufe wach zu bekommen. Auf der ersten Radetappe ging es über Königstein, Rathen, Pirna Richtung Dresden. Landschaftlicher Höhepunkt war hierbei die Durchfahrt durch das Elbsandsteingebirge mit seinen bizarren Felsformationen. Kurz vor Pirna gab es dann die ersten Ausfälle: eine Speiche an Volkers Rad gab nach. Nachdem ein Fahrradladen gesucht und auch gefunden wurde, und nach einiger Zeit auch eine neue Speiche eingezogen war, konnte die Fahrt dennoch nicht weitergehen: Volker wollte uns mit weiteren Pannen verschonen, kaufte kurzentschlossen eine neues Rad und gab das gerade reparierte in Zahlung. Auf größtenteils sehr guten Radwegen, die aber immer wieder von fürchterlichem Kopfsteinpflaster (Erichs Rache) unterbrochen wurde, ging es an der Elbe entlang. Langsam kam Dresden in Sicht. Vorbei an Semperoper, Zwinger und anderen imposanten Gebäuden im Zentrum Dresdens erreichten wir nach ca 65 km unser erstes Etappenziel Radebeul. Mit einer informativen Stadtführung durch Dresden sorgte Michael für das kulturelle Rahmenprogramm.

Am nächsten Morgen ging es auf ca 100km durch das östlichste Weinbaugebiet Deutschlands in Richtung Meißen über Riesa, Strehla, Mühlberg nach Torgau. Nach kilometerlanger Fahrt durch fast menschenleere Dörfer fanden wir in Mühlberg endlich eine Gaststätte. Dabei hielten wir die sichtlich überraschte Wirtin derart auf Trab, dass sie Verstärkung für die Küche anfordern mußte. Das Essen war reichlich und günstig, hielt aber auch einige Überraschungen bereit: das „Jägerschnitzel“ entpuppte sich als eine dünn geschnittene, panierte Scheibe Wurst, ohne Pilze ! Wenige Kilometer vor unserem Ziel Torgau legten wir nochmals einen Zwischenstop ein; in einem kleinenOrt wurde Straßenkirmes gefeiert. Durch unsere Anwesenheit erhöhte sich die Besucherzahl um fast das Doppelte ! Der Kontakt zu den Einheimischen war schnell hergestellt, und als Dietmar bei einem Spiel die richtige Einwohnerzahl tippte (genau 113), war das Eis endgültig gebrochen. Der Abend in der wunderschön sanierten Altstadt von Torgau klang in einer Tapas-Bar aus, die ein Österreicher betrieb der Licher-Bier im Ausschank hatte. Bier zapfen konnten seine Bedienungen jedoch nicht. Jeder Engländer hätte mehr Schaum auf die Biere gezaubert! Vielleicht waren sie durch unseren Besuch aber auch nur extrem verunsichert. Aufgrund der Licher-Werbeaufdrucke auf unseren Trikots hielt man uns für ein Inspektionskommando der Vertragsbrauerei („Ich glaub die sind aus der Zentraaale“).

Am Sonntag nahmen wir den letzten Abschnitt nach Lutherstadt Wittenberg in Angriff. Da unser Tourguide Michael die letzten Kilometer aus gesundheitlichen Gründen mit dem Zug zurücklegen mußte, übernahm Jürgen spontan die Führung. Entlang an kilometerlangen Feldern näherten wir uns unserem Ziel, wenn auch mit kleinen Umwegen und einer längeren Schiebestrecke über einen frisch gepflügten Acker.

Nach einer Dusche ging´s mit dem Zug dann wieder zurück nach Gießen, wo wir schon von einigen Ehefrauen erwartet wurden.